Eregli Ivriz
Strategisch sehr günstig an der Strecke von Konya zur Kiliki-schen Pforte (Gülek Bogazi) liegt die Kleinstadt Eregli, das antike Kybistra und byzantinische Hera-kleia. Nach recht wechselvoller Geschichte fiel die Stadt, vor deren Toren 1101 die Seldschuken zwei Kolonnen heimkehrender Kreuzfahrer vernichteten, im Jahre 1467 an die Osmanen; aus dieser Zeit haben sich mit der Ulu Cami und dem Rüstern Pasa Kervansarayi bedeutende Bauwerke erhalten. - 18 km südlich von Eregli liegt das späthethitische Quellheiligtum von Ivriz. Ein ausgezeichnet erhaltenes Felsrelief zeigt nach der Hieroglyphen-Beischrift den König Warpalawas von Tuwa-nawa (Tyana), der in Gebetshaltung vor dem riesigen Wetter- und Fruchtbarkeitsgott Tarhu steht. Der König ist in assyrischen Annalen als Zeitgenosse von Tiglatpileser III. bezeugt, so daß dieses Relief um 730 v.Chr. entstanden sein dürfte. In dieser Zeit wird die hethitische Kunst schon stark von assyrischen Elementen überlagert. Die Hörnerkrone des Gottes, die Haar- und Barttracht des Königs und vor allem sein langes Gewand folgen dem modischen Trend der Zeit, der von der neuen Großmacht Assyrien geprägt wird.
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